Von wegen Mauerblümchen!

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Berlin zeigte im Januar 2019 alles andere als Eintönigkeit. Farben und Muster wurden wild gemixt, Mix & Mitch fand sich in fast jeder Kollektion. Bloß kein Mauerblümchen sein dachte sich wohl mancher Createur, als er seine Kollektionen entwarf es scheint nicht nur eine saisonale Laune zu sein, denn seit geraumer Zeit spielen die Designer mit Mustern vielerlei Art. Nur die Farben werden gewagter – es bleibt nicht beim bekannten romantischen Blumenmuster. Dazu gesellen sich schottische Checks zu Vögeln, Schmetterlingen, Fantasiemuster, Dschungel und Ozeanwelten. Die Farben sind satt und intensiv, die Schnitte weiblich, die Accessoires dazu sportlich und frech. Crossdressing der reinsten Form – gemixt wird, was gefällt und die klassischen Vorstellungen von Harmonie und Kleidsamkeit sind vergessen. Üppige Pflanzen- und Tierwelten umschmeicheln die Körper in oft fliessenden Stoffen. Nur nicht langweilig ist das Statement.

 

Auch dieMänner verwandeln sich in exotische Gestalten und spielen mit Akzenten.
Die Wintersaison 2019/20 wird bunt, wild und fröhlich – heraus aus der Tristesse .

Natürlich ist der Mann nicht so geblümt, aber er liebt Streifen, Karos und viele sportliche Attribute. Er mag es rustikal, mixt genauso wild drauf los und wagt Jeans, Sneakers mit Fliege und Collegejacke. Lila zu Rot, Braun zu violett, Cord zu gesteppten Daunenjacken – Einheitsbrei wird nicht geduldet. Camel Active ließ gleich seine Dekoration im wilden Dschungel stattfinden und machte Winter zum Sommer.

 

 

 

 

 

Oft finden sich üppige Blumenarrangements auf dunklem Grund, inspirierende, expressive Prints werden zu modischen Highlights. Die kunstvolle und sehr gut besuchte Modemesse Premium in Berlin zeigte über 1800 ausgewählte Kollektionen und zukunftsweisende Kultlabels und wie sehr aktuell Klassik mit Zeitgeist verschwimmt und wie aufstrebende Jungdesigner neue Wege nach Lösungen in Bezug auf Material und Form sowie Funktion suchen.

 

 

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Noch experimenteller war die NEONYT Trade Fair, die von der Messe Frankfurt initiiert wird und der Nachfolger der bekannten stark ökologisch und nachhaltig orientierten Greenshowroom und der Ethical Fashion Show sein soll. Gezeigt im historischen Kraftwerk mit typischen Berliner Charme ins den ehemaligen Heizwerkshallen wurden dort nachhaltige und progressive Konzepte und Produkte von Junglabels präsentiert.  Der Spirit dieser Messe war gelungen und strömte durch die gesamte Halle und die Aufgeschlossenheit und die leidenschaftliche Neugier der Designer ließen tolle Gespräche zu. Hier waren weniger Trendlooks mit Blumenflair prägend, sondern Lösungen, neue Materialien wie Holz, Leder, recycelte Automatten, Kork und vieles mehr.

 

 

 

Auf der Handelsmesse Panorama für Mode und Lifestyle zelebrierten vor allem zwei bekannte Modemarken das Thema Flower Power par excellence. Und zwar präsentierten MORE & MORE und CARTOON auf gekonnte Weise üppige Fläche, die mit viel Liebe zum Details und zur Inneneinrichtung Mode wirklich auf den Laufsteg brachten. Hier spürte man das Thema, hier wurde Trendleidenschaft zum Greifen nah spürbar, hier war für mich auf gekonnte Weise Präsenz. Man wünschte sich nur, der stationäre Handel würde so ich Mode präsentieren und dem Kunden schmackhaft machen, denn hier konnte man Entdecken, Verweilen, Stöbern und Zeit verbringen. Konzepte, die der stationäre Handel in den Städten dringend benötigt: ZEITRÄUME

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Übrigens zeigte More & More mit den Pfauenfesen einen Trend, der sich global über alle Messen durchzog. Ob die große Möbelmesse IMM in Köln, die Accessoire und Lifestyle Messe Ambiente oder die Christmas World in Frankfurt: alle zeigten Pfauenfedern auf Kissen, Vasen, Geschirr, Weihnachtsschmuck und auch die Möbler griffen oft nach blauen, goldenen oder Türkisen Velvet, um Ihre Sofalandschaften einzukleiden.

 

Cartoon dagegen ließ seinen Präsentationstand zum floralem Kunstwerk werden und die Kleidung wurde fast zum Accessoire, als sie wie drapiert oder wild geworfen auf den üppigen Auslagen zum Stöbern einluden. Hier war Retrofeeling mit Moderne gepaart und die großen Blumenarrangements erfreuten natürlich mein Botanikerherz.

 

Ob Tücher, Blusen, Kleider, in vielfältigsten Mustern und Pastellen – alles wurde wild gemixt fast zu einem Gemälde niederländischer Künstler aus dem 17. Jahrhundert. Ein Stilleben, was zum Leben erweckt wurde.

 

 

Alle Messen zeigten natürlich ein Vielzahl an Accessoires, wobei innovatives Taschenwerk mir hier besonders aufgefallen ist. Ob exklusiv bis sportlich-urban oder funktionell: hier haben die Designer ein neues Lieblingsfeld der Entwicklung entdeckt.

 

Nun kann man im Winter freudig mixen und auf die Suche gehen nach extrovertierten Modellen und wie zur Kindheit wild mit Form und Farbe spielen, ohne verkleidet zu sein: denn nun gehört es zum guten Ton, mutig zu sein – es bedarf aber keinen Mut mehr, denn alles wird relaxt und spielerisch getragen – je nach Lust und Tagesform.

Zum Abschluss noch ein paar Eindrücke der vielfältigen Showen und man darf gespannt sein, wie der Handel diese Themen an den Kunden bringt, denn es braucht hier Fingerspitzengefühl und die Leichtigkeit, die wieder Kauferlebnisse schafft.

 

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