Creativity Works Orgatec 2016

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Überall sind neue Arbeitswelten im Gespräch und die Veränderungen der Zeit beschäftigen Planer, Recruiter, Geschäftsleitungen, Wirtschaft und Politik. In der aktuellen Ausgabe der Textil-Wirtschaft Nr. 45 wird zum Thema „Neue Werte“ im Bereich Recruiting in der Modebranche die Stimmung sehr gut beschrieben: „Dass die Branche nicht um Arbeitsmodelle umhin kommt, die dem Arbeitnehmer sowohl
zeitlich als auch von ihren Inhalten her eine größere Flexibilität bieten, steht auch für Martin Wischmann fest, Personalchef beim norddeutschen Multilabel-Filialisten Ramelow.“

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Genau diese Veränderungen, die viel zitierte Flexibilität wurde schon vor vier Jahren auf der Leitmesse für Arbeitswelten, der ORGATEC in Köln, angedeutet. Nun, vier Jahre später, ist diese Idee aber deutlich gereift und die Orgatec 2016 päsentierte unter dem Motto CREATIVITY WORKS ganzheitliche und abwechslungsreiche Lösungen für die Arbeit von morgen. Die Mobilität der Arbeitnehmer, die geforderte Variabilität der Arbeitsplätze, der Wunsch nach kreativen Orten für Brainstorming, konzentriertes Gespräch, Ruhe- und Konzentrationsorten aber auch nach Relaxmomenten, entspannter Kommunikation im Team und übergreifend im Unternehmen fordert neue Gestaltung.

Und so haben die Zukunftsplaner das Großraumbüro als Historie hinter sich gelassen und neue Städte gebaut. Arbeits-Städte mit unterschiedlichen Orten im Büro und flexiblen Raumsysteme für vernetztes Arbeiten.

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Die Verbindung von technischen Lösungen für Kommunikation, Datenaustausch und Sicherheit in der digitalen Welt mit den Bedürfnissen nach Wohlbefinden, Akustik, Funktionalität , Organisation, Konzentration und Attraktion schafft hoch komplexe Anforderungen an Planer. Die internationalen Aussteller der Orgatec zeigten aber eine Vielzahl durchdachter Ideen, die es ermöglicht zu Spielen. Und Spielen ist genau das, was diese Räume fordern und fördern. In diesem Bereich leistet das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO gemeinsam mit zahlreichen Partnern aus der Wirtschaft mit ihrem Forschungsprojekt Office21® Pionierarbeit
für die Zukunft von Arbeitswelten. Es ist eine deutliche Veränderung, aber keine Revolution, denn die Zukunft hat uns schon längst erreicht und hat in zahlreichen Unternehme Einzug gehalten. Büros, die Wohnzimmern gleichen, die das Feeling von Lounge und Bar vermitteln, erschweren die Trennung von Arbeit und Freizeit. Die Grenzen verschwimmen und Zielsetzung ist die Förderung von Kreativität, Kommunikation und Aktivität. Natürlich erhofft man sich hierdurch auch mehr Leistung. Diese Open Space Offices sollen Möglichkeiten zur Nutzung von neuen Technologien bieten. So sind Teambesprechungen vorher durch Vernetzung und Flexibilität individuell zu planen, bei Videokonferenzen und längeren Telefonaten finden Mitarbeiter in abgeschirmten Spaces Möglichkeit zur Konzentration während kurze Besprechungseinheiten spontan in kleinen Lounges stattfinden.

Viele Mitarbeiter sind gerade im Vertrieb viel auf Reisen. Arbeitsplätze werden durch flexible Arbeitszeiten und Reisetätigkeit nicht vollzeit genutzt. So hat zum Beispiel Microsoft in Köln nur noch 150 Arbeitsplätze für seine 420 Mitarbeiter. Auf der Orgatec zeigten deshalb viele Anbieter in Ihrem Programm Schranksysteme für die Aufbewahrung der Unterlagen jedes Mitarbeiters. Wie ein Spint genutzt wird Ordnung gefordert und die Möglichkeit geboten, auf Wunsch an jedem Tag im Haus an einem anderen Ort zu verbringen. Das Unternehmen SMV Sitz- und Objektmöbel GmbH, die dieses Jahr spacige Objectmöbel präsentierte, hat ihre Vielfalt an Sitzmöglichkeiten genutzt, um auch intern Ihr Bürokonzept dem Zeitgeist anzupassen. Jeder Mitarbeiter hat nur noch seinen Rollbehälter mit seinen Arbeitsuntensilien und sucht sich jeden Tag einen Platz in der Lounge, den höhenverstellbaren Tischen, den Akustikmöbeln, der Terrasse etc.

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Eine exemplarisch große „Stadt“ baute VITRA mit der Präsentation ihres Projektes „Work“. Hier war das Thema Collage das allumfassende Schlagwort und wurde mit zahlreichen innovativen Partnerfirmen informativ aufbereitet.
Ob akustische Stoffe und Raumtrenner von kvadrat oder innovative und funktionale Teppiche von Ruckstuhl, Technologien von Samsung und neuartigen Lösungen von Bulthaupt, Laufen, Artek oder Mercedes. Vitra präsentierte eine vielfältige Welt an funktionalen Arbeitsplätzen, Akustikmöbeln, Whiteboards, Caféteria und sogar ein mobiler Badbereich im quadratischen Metallkubus rundete die Inszenierung ab.

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Auf ausgeklügelte Technik und individuelle Konzeptionierung von Raumkonzepten konzentriert sich König & Neurath. Hier denkt das Büro mit und auch hier wird eine City gebaut mit vielen Stationen – angepasst an Bedürfnisse und Herausforderungen im Zeitalter der Digitalisierung 4.0. Durch visuelle und akustische Abschirmung bietet die K&N City Komplettsysteme, die individuell mit den Auftraggebern erarbeitet werden und somit maßgeschneidert sind. Wie auch Mitbewerber zeigte König & Neurath eine QUIET BOX, eine an die alte Telefonzelle in den Achtzigern erinnernde Zelle, die durch akutische Elemente den Nutzern Raum für abgeschirmte und konzentrierte Telefonate bietet. Die Detailliebe steckt in jedem Möbel und bedarf einer einzelnen Dokumentation. Fakt ist, das Funktion und Verschmelzung von Technologien nicht mehr kühl und sachlich rüber kommen.

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Das Gros an Ausstellern schafft innovative und attraktive Arbeitsräume, die sich teils kaum mehr von den Wohnwelten der IMM in Köln unterschieden. Selbst Velvetstoffe waren in den Arbeitswelten kein Tabu mehr. Farbe kommt ins Spiel, Leuchten mit Stimmungslicht wie bei Tom Dixon oder mit neuesten LED Technologien bei Arbeitsleuchten bei Waldmann. Sie sind Pioniere für biodynamische Beleuchtungen, die dem natürlichen Licht und dessen Veränderung im Tagesverlauf gerecht werden, um die Urbedürfnisse des Menschen zu stärken. Morgentlicher Rhythmus mit Aktivität mit 6.500 Kelvin und nachmittags mit warmweißen 3.000 Kelvin für gewisse Entspannung.

Highlight für uns war auch der niederländische Hersteller Buzzi Space, bei denen Ökologie und Gesundheit eine tragende Rolle spielt und die ebenso wieder eine Stadt bauten, aber dieses Mal war das Spiel, Gamification ist das Schlagwort. Leichtigkeit, das z.B. bei den kegelförmigen Poufs deutlich wird, die man abheben kann und es eine Balancefläche aus Holz zutage kommt, die zur sportlichen Gleichgewichtsübung einlädt. Bei Buzzi Space kann man Welten bauen mit vielfältigen Akustikelementen, mit Besprechungsräumen, Ledersofas, Konferenztischen und vielem mehr. Die warmen, unaufdringlichen aber zeitgemäßen Farben verstärken den angenehmen und natürlichen Charakter der Landschaften.

Was auf der Orgatec auffiel war der Trend, Besprechungs-RUNDEN zu schaffen. Der Kreis war ein beliebtes Element für die Designer, wenn es um Meetingspoints ging. Geometrische Formen und deren Spiel der Zusammensetzung waren bei vielen Akustikelementen zu finden.

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Der österreichische Hersteller BENE gilt als Trendsetter in der Branche für Raumkonzepte in der globalisierten Welt, in der Kreativität zu den wichtigsten Ressourcen zählt. Bene forscht mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung nach der Schaffung von Kommunikation, Förderung von Ideenvielfalt und Effizienz durch Schaffung typgerechter Arbeitswelten. Als Experte erhielt Bene aktuell die Auszeichnung als Gewinner beim International Identity Award für sein innovatives Bürokozept „Office of the future“, dem ersten Bürokonzept aus dem 3-D-Drucker.

Humorvoll fanden wir, dass manche Akustikmöbel auf der Orgatec sehr an einen Strandkorb erinnerten. So bekommt Urlaub im Büro ein ganz neue Definition. Auch die Idee der Stadt haben einige Hersteller fast wörtlich genommen und bauten kleine bedachte Räume, bei denen man leicht an Zeltplätze denken konnte. Man schafft Schutzräume, die gepolstert, bedacht und durch Lichtinstallationen „behütet“ sind. Koleksiyon hatte im Zentrum seines Showroom einen an einen Schornstein erinnernden Turm aus Filz mit Besprechungsfläche und Begrünung im Inneren.

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Wir dürfen sagen, dass wir die Orgatec 2016 als Hotspot an Kreativität erlebt haben. Mehr als 56.000 Besucher erlebten die Präsentationen der Aussteller aus 118 Ländern und man spürte eine konsequente und logische Weiterentwicklung von Konzepten. Das Portfolio war am Puls der Zeit und es wurde deutlich, dass uns in unmittelbarer Zukunft gravierende Veränderungen bevorstehen und die Unternehmen Ihre Konzepte den Erfordernissen anpassen müssen. Zur Ausgestaltung dieser Konzepte haben die Designer eine wirkliche Vielfalt an Möglichkeiten entwickelt. Wir freuen uns auf die „multilokale“ Arbeit.

Gerne stehen wir von Silverleafs – Stilmanufaktur bei Fragen beratend zur Seite. wir lieben und leben Design, Trends, Stil und Zeitgeist. Bis bald.

Euer René
Silverleafs – Stilmanufaktur

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